Das Wiener Backhendl ist eine kulinarische Delikatesse, die seit Jahrhunderten die Gaumen von Feinschmeckern und Liebhabern der österreichischen Küche erfreut. Dieses goldbraun gebackene Hühnergericht hat nicht nur eine reiche Geschichte, sondern ist auch ein Symbol der Wiener Kochkunst. In diesem umfassenden Artikel werden wir die Tradition, Herkunft und Geschichte des Wiener Backhendls beleuchten, die Vorteile dieses Gerichts erläutern, die Zubereitung erklären und passende Beilagen vorstellen.
Autor: Kochzeit Magazin
Kategorie: Rezept
Erstellt: 03. März 2025
Inhaltsverzeichnis
Einleitung – Was macht ein Wiener Backhendl so besonders?
Ein Wiener Backhendl gehört zu jenen Gerichten, die man nicht erklären muss, wenn man in Österreich aufgewachsen ist. Es ist ein vertrauter Duft, der aus der Küche strömt, ein knuspriges Geräusch beim ersten Bissen und eine Art von Bodenständigkeit, die man nicht künstlich erzeugen kann.
Wer ein Backhendl zubereitet, entscheidet sich bewusst für ein Gericht, das Zeit, Ruhe und Aufmerksamkeit verlangt. Es ist kein hastiges Essen, sondern eines, das von Hand entsteht und bei dem jeder Schritt zählt. Das beginnt beim Zerlegen des Huhns oder beim sorgfältigen Vorbereiten der Hühnerteile und endet erst, wenn die goldene Panade im heißen Öl aufgegangen und das Fleisch darunter saftig geblieben ist.
Für viele Köche ist das Backhendl ein Prüfstein. Es zeigt, wie gut man mit Hitze umgehen kann, wie präzise man arbeitet und wie viel Geduld man mitbringt. Die Zutaten sind überschaubar, ein ganzes Huhn oder Hühnerteile, Mehl, Eier, Semmelbrösel, Salz, Pfeffer, eine Zitrone und reichlich Öl. Doch gerade diese Einfachheit macht das Gericht anspruchsvoll. Man kann wenig verstecken, nichts kaschieren und keine Abkürzungen nehmen. Ein gutes Backhendl lebt von der Qualität der Zutaten und der Sorgfalt bei der Zubereitung.
Wenn man sich darauf einlässt, entsteht ein Gericht, das nicht nur schmeckt, sondern auch eine Geschichte erzählt. Es erinnert an Gasthäuser, an Familienfeiern und an jene Momente, in denen man sich bewusst Zeit nimmt, um etwas richtigzumachen. Genau darum lohnt es sich, dieses Rezept ausführlich zu betrachten und jeden Schritt so zu beschreiben, dass er nachvollziehbar bleibt und sich auch in einer modernen Küche umsetzen lässt.
Die Tradition
Das Wiener Backhendl ist ein tief verwurzeltes Gericht in der österreichischen Küche und hat eine bedeutende Stellung in der kulinarischen Tradition Wiens. Es ist nicht nur ein einfaches Hühnergericht, sondern auch ein Symbol der Wiener Gastfreundschaft und des kulinarischen Erbes der Stadt. Traditionell wurde das Wiener Backhendl zu festlichen Anlässen, Familienfeiern und besonderen Gelegenheiten serviert.
Herkunft und Geschichte
Die Geschichte des Wiener Backhendls reicht weit zurück und ist eng mit der Geschichte Wiens und der österreichischen Küche verbunden. Das Backhendl, wie wir es heute kennen, entstand im 18. Jahrhundert und wurde schnell zu einem beliebten Gericht in den Wiener Gasthäusern und Tavernen.
Die Ursprünge des Gerichts lassen sich auf die Zeit der Habsburger Monarchie zurückführen, als die Wiener Küche unter dem Einfluss verschiedener europäischer Kochtraditionen stand. Besonders die französische Küche, die am Hofe der Habsburger sehr geschätzt wurde, hatte einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Wiener Backhendls. Das Konzept des „Panierens“ (das Umhüllen von Lebensmitteln mit einer Schicht aus Mehl, Ei und Semmelbröseln) stammte aus der französischen Küche und wurde in Wien adaptiert und verfeinert.
Das Backhendl wurde schnell zu einem festen Bestandteil der Wiener Küche und fand seinen Weg in die Kochbücher und Haushalte der Stadt. Es wurde zu einem Symbol für Wiener Gemütlichkeit und Genuss, und bis heute wird das Backhendl in vielen traditionellen Wiener Gasthäusern und Restaurants serviert.

Welche Vorteile bietet ein klassisches Wiener Backhendl?
Ein Wiener Backhendl hat mehrere Vorteile, die sich erst beim Kochen und Essen vollständig erschließen. Der wichtigste liegt im Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis. Obwohl die Zubereitung etwas Zeit erfordert, ist sie technisch nicht kompliziert.
Wer die grundlegenden Schritte beherrscht, kann das Gericht jederzeit reproduzieren und erhält ein Ergebnis, das sowohl im Alltag als auch bei besonderen Anlässen überzeugt. Die Panade aus Mehl, Ei und Semmelbröseln sorgt für eine stabile Hülle, die das Fleisch schützt und gleichzeitig eine gleichmäßige Bräunung ermöglicht. Dadurch bleibt das Huhn saftig, selbst wenn es länger im heißen Öl liegt.
Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität. Man kann ein ganzes Huhn verwenden und die einzelnen Stücke so schneiden, wie man sie bevorzugt. Manche mögen die Keulen, andere die Brust, wieder andere schätzen die Flügel. Das Backhendl lässt jedem die Freiheit, seine Lieblingsstücke auszuwählen. Gleichzeitig eignet sich das Gericht für unterschiedliche Mengen. Man kann es für zwei Personen zubereiten oder für eine große Runde, ohne dass sich der Arbeitsaufwand wesentlich verändert.
Auch geschmacklich bietet das Backhendl Vorteile. Die Panade nimmt die Aromen des Huhns auf, ohne sie zu überdecken. Sie bildet eine knusprige Schicht, die beim Essen ein angenehmes Mundgefühl erzeugt. Die Zitrone, die traditionell dazu gereicht wird, bringt Frische und hebt die Würze des Fleisches hervor. Salz und Pfeffer reichen als Gewürze aus, weil das Gericht nicht von intensiven Aromen lebt, sondern von der Balance zwischen Knusprigkeit und Saftigkeit.
Nicht zu unterschätzen ist der Vorteil, dass ein Backhendl gut vorbereitet werden kann. Die panierten Stücke lassen sich einige Zeit ruhen, bevor sie ins Öl kommen. Dadurch haftet die Panade besser und das Ergebnis wird gleichmäßiger. Wer also Gäste erwartet oder mehrere Komponenten eines Menüs gleichzeitig kocht, kann das Backhendl entspannt einplanen.
Für viele Köche ist das Backhendl auch ein Stück kulinarische Identität. Es verbindet Tradition mit handwerklicher Präzision und zeigt, wie viel Geschmack aus wenigen Zutaten entstehen kann. Wer sich intensiver mit österreichischer Küche beschäftigt, stößt früher oder später auf dieses Gericht und erkennt, warum es bis heute so beliebt ist. Es ist ein Beispiel dafür, wie aus einfachen Mitteln etwas entsteht, das Bestand hat und immer wieder Freude bereitet.
Welche Tipps & Tricks führen zu einem perfekten Ergebnis?
Ein gutes Backhendl entsteht nicht zufällig. Es braucht einige Entscheidungen, die man bewusst trifft, und Techniken, die man verinnerlicht. Der erste Schritt beginnt beim Huhn. Wer ein ganzes Huhn verwendet, sollte es sauber zerlegen und darauf achten, dass die Stücke ähnlich groß sind. Dadurch garen sie gleichmäßiger und man vermeidet, dass kleinere Teile zu dunkel werden, während größere noch nicht fertig sind.
Beim Würzen genügt eine Prise Salz und Pfeffer. Es ist wichtig, das Fleisch direkt zu würzen und nicht erst die Panade. Das sorgt dafür, dass der Geschmack dort ankommt, wo er hingehört. Die Panierstraße aus Mehl, Ei und Semmelbröseln sollte bereitstehen, bevor man beginnt. Das Mehl haftet besser, wenn das Fleisch trocken ist. Das Ei sollte gut verquirlt sein, damit es eine gleichmäßige Schicht bildet. Die Semmelbrösel dürfen nicht zu fein sein, weil die Panade sonst zu kompakt wird.
Ein entscheidender Trick liegt im Andrücken der Panade. Wer die Semmelbrösel nur leicht über das Fleisch streut, riskiert, dass sie sich beim Ausbacken lösen. Drückt man sie jedoch sanft, aber bestimmt an, entsteht eine stabile Hülle, die im Öl aufgehen kann. Manche Köche lassen die panierten Stücke einige Minuten ruhen, bevor sie ins Öl kommen. Das verbessert die Haftung zusätzlich.
Das Öl sollte heiß genug sein, aber nicht zu heiß. Eine Temperatur von etwa 160 bis 170 Grad ist ideal. Wird das Öl zu heiß, bräunt die Panade zu schnell und das Fleisch bleibt innen roh. Ist es zu kalt, saugt sich die Panade mit Öl voll und verliert ihre Knusprigkeit. Ein tiefer Topf oder eine Pfanne mit hohem Rand ist hilfreich, weil das Huhn darin gleichmäßiger schwimmt und nicht am Boden anliegt.
Während des Ausbackens sollte man die Stücke nicht zu oft bewegen. Das Öl erledigt den größten Teil der Arbeit. Wenn die Panade beginnt, goldgelb zu werden, kann man das Fleisch vorsichtig wenden. Es ist wichtig, Geduld zu haben und nicht zu früh einzugreifen. Ein gutes Backhendl braucht Zeit, um seine Struktur zu entwickeln.
Nach dem Ausbacken sollten die Stücke auf Küchenpapier abtropfen. Das nimmt überschüssiges Öl auf, ohne die Panade weich zu machen. Wer das Backhendl warmhalten möchte, legt es bei niedriger Temperatur in den Ofen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Stücke nicht übereinander liegen, damit die Knusprigkeit erhalten bleibt.
Viele Köche entwickeln im Laufe der Zeit ihre eigenen kleinen Tricks. Manche verwenden leicht angeröstete Semmelbrösel, andere mischen einen Hauch Paprika hinein, wieder andere schwören auf besonders frische Eier. Doch im Kern bleibt das Backhendl ein Gericht, das von Ruhe und Sorgfalt lebt. Wer diese beiden Eigenschaften mitbringt, wird ein Ergebnis erhalten, das überzeugt.

Das Rezept wird wie folgt zubereitet
Wiener Backhendl oder gebackenes Huhn, ein echter Gaumenschmaus, so gelingt es.

ZUTATEN
- 2 Stk Huhn im Ganzen oder Hühnerteile
- 150 g Mehl
- 3 Stk Ei
- 150 g Semmelbrösel (Paniermehl)
- 1 Prise Pfeffer
- 1 Prise Salz
- 1 Stk Zitrone
- reichlich Öl zum Ausbacken
AUSRÜSTUNG
- 3 Schüsseln
- 1 Messer
- 1 Pfanne
ZUBEREITUNG
Die Hühner waschen und trocken tupfen. Das Huhn zerlegen. Flügel und Keulen abtrennen. Die Brust vom darunterliegenden Knochen herauslösen. Die Flügel und Keulen am Gelenk zerteilen. Bruststücke halbieren. Kleinere Teile werden schneller gar und die Panade verbrennt nicht. Die Haut vom Fleisch abziehen. Das Fleisch salzen, pfeffern und panieren. Dazu Mehl und Brösel (Paniermehl) in je eine Schüssel geben.
Eier in einer Schüssel aufschlagen und verquirlen. Das Fleisch im Mehl wälzen, in Ei tauchen, etwas abtropfen lassen und in den Brösel (Paniermehl) wälzen. In einer Pfanne reichlich Öl oder Schmalz (mindestens 1 - 2 cm) erhitzen und das Fleisch schwimmend bei kleiner Hitze ca. 8-10 Minuten langsam backen. Das Fleisch wenden und erneut 8-10 Minuten fertig backen. Fleisch herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen, um das überschüssige Fett zu entfernen. Zitrone in Scheiben schneiden oder vierteln und mit dem gebackenen Huhn servieren.
Notizen
Nährwerte
Welche Beilagen passen zu einem Wiener Backhendl?
Ein Wiener Backhendl lässt sich mit verschiedenen Beilagen kombinieren, je nachdem, ob man ein leichtes oder ein kräftigeres Essen bevorzugt. Besonders beliebt ist ein klassischer Erdäpfelsalat, der mit einer milden Marinade aus Essig, Öl und Zwiebeln zubereitet wird. Seine Säure harmoniert gut mit der knusprigen Panade und sorgt dafür, dass das Gericht nicht zu schwer wirkt. Manche Köche geben etwas Senf in die Marinade, andere bevorzugen eine klare Variante. Beide funktionieren gut, solange der Salat nicht zu dominant wird.
Auch ein gemischter Salat passt hervorragend. Frischer Blattsalat, Gurken, Tomaten oder Radieschen bringen Leichtigkeit und ergänzen das Backhendl, ohne ihm die Aufmerksamkeit zu nehmen. Wer es traditioneller mag, serviert Petersilkartoffeln. Sie sind einfach zuzubereiten und bieten eine angenehme Ergänzung zur knusprigen Panade.
In manchen Regionen wird das Backhendl mit Preiselbeeren serviert. Diese Kombination ist weniger verbreitet, aber durchaus stimmig, wenn man eine leichte Süße bevorzugt. Auch ein Stück frisches Brot kann genügen, besonders wenn das Backhendl als Teil eines kalten Buffets oder bei einem Picknick gereicht wird.
Die Wahl der Beilage hängt letztlich davon ab, wie man das Gericht präsentieren möchte. Ein leichter Salat macht das Backhendl zu einem sommerlichen Essen. Erdäpfelsalat oder Petersilkartoffeln geben ihm eine traditionelle Note. Brot oder Gebäck machen es unkompliziert und alltagstauglich. Jede dieser Varianten hat ihren eigenen Reiz und zeigt, wie vielseitig das Backhendl sein kann.
Welche Toppings oder Ergänzungen runden das Gericht ab?
Ein Wiener Backhendl braucht nicht viele Toppings. Die wichtigste Ergänzung ist die Zitrone. Ein Spritzer Zitronensaft hebt die Aromen des Huhns hervor und bringt eine Frische, die das Gericht ausbalanciert. Die Zitrone sollte nicht zu früh auf das Fleisch gegeben werden, damit die Panade knusprig bleibt. Erst direkt am Teller entfaltet sie ihre Wirkung.
Manche Köche reichen frische Kräuter dazu, meist Petersilie. Sie bringt Farbe und einen milden Geschmack, der gut zum Huhn passt. Auch ein leichter Dip kann funktionieren, solange er das Gericht nicht überlagert. Ein dezenter Joghurt-Dip oder eine milde Kräutersauce sind mögliche Varianten, die das Backhendl ergänzen, ohne es zu verändern.
Wer das Gericht etwas moderner interpretieren möchte, kann mit kleinen Akzenten arbeiten. Ein Hauch Zitronenabrieb, ein paar Tropfen gutes Öl oder eine feine Würzmischung auf dem Teller können das Backhendl subtil erweitern. Doch all diese Ergänzungen sollten sparsam eingesetzt werden. Das Backhendl lebt von seiner Einfachheit, und diese sollte man respektieren.
Fazit – Warum lohnt es sich, Wiener Backhendl selbst zuzubereiten?
Ein Wiener Backhendl zu kochen bedeutet, sich auf ein Gericht einzulassen, das Tradition und Handwerk verbindet. Es ist kein schnelles Essen, aber eines, das mit jedem Schritt verständlicher wird. Die Zutaten sind überschaubar, doch sie verlangen Aufmerksamkeit. Wer sich die Zeit nimmt, das Huhn sorgfältig zu panieren und im heißen Öl auszubacken, wird mit einem Ergebnis belohnt, das in seiner Schlichtheit überzeugt.
Das Backhendl zeigt, wie viel Geschmack aus wenigen Komponenten entstehen kann. Es erinnert daran, dass gutes Essen nicht kompliziert sein muss, sondern präzise. Es lebt von der Balance zwischen knuspriger Panade und saftigem Fleisch, von der Frische der Zitrone und der Ruhe, die man beim Kochen mitbringt.
Für viele Köche ist es ein Gericht, das man immer wieder gerne zubereitet. Es passt zu jeder Jahreszeit, lässt sich gut kombinieren und bringt Menschen an einen Tisch, ohne viel Aufhebens zu machen. Wer ein Backhendl serviert, zeigt, dass er Wert auf Qualität legt und Freude am Kochen hat. Genau deshalb lohnt es sich, dieses Rezept in die eigene Küche aufzunehmen und immer wieder zu verfeinern.

SENDE UNS DEIN REZEPT
Du hast ein Rezept, das einfach zu gut ist, um es für dich zu behalten? Dann teile es mit uns! Über unsere Funktion „Rezept einsenden“ kannst du uns deine Kreation ganz unkompliziert zukommen lassen. Ganz gleich, ob klassisch, ausgefallen oder regional, wir freuen uns über jede kulinarische Idee.
Wir sind auch auf:
Über den Autor
Kommentare / Bewertungen
ein Kommentar
Deine Meinung ist uns wichtig
Zum NEWSLETTER anmelden und immer informiert bleiben!
Die Anmeldung zum Newsletter ist aus rechtlichen Gründen nur mit akzeptierten Cookies möglich. Wenn du hier deine E-Mail eintragen kannst, dann ist alles wunderbar und wir danken dir dafür.
WIR VERSENDEN KEINEN SPAM ODER UNNÖTIGE INFORMATIONEN





























Ja, schmeckt, wir lösen die Knochen immer aus und backen dann. Auch wir entfernen die Haut, das ist ja immer so eine Streitfrage.